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Dr. med. Wilhelm Skogstad
Wilhelm Skogstad ist Psychiater und Psychoanalytiker der British Psychoanalytic Soc...

Titel von
Dr. med. Wilhelm Skogstad
im Psychosozial-Verlag




1. Lawson, Christine Ann
Borderline-Mütter und ihre Kinder


2. Tillmann, Michael
Ich, das Geräusch


3. Quinodoz, Danielle
Älterwerden - Eine Entdeckungsreise


4. Chamberlain, Sigrid
Adolf Hitler, die deutsche Mutter und ihr erstes Kind


5. Bliersbach, Gerhard
Leben in Patchwork-Familien


6. Mauss-Hanke, Angela (Hg.)
Internationale Psychoanalyse 2010


7. Piegler, Theo (Hg.)
»Ich sehe was, was du nicht siehst«


8. Naumann, Thilo Maria
Beziehung und Bildung in der kindlichen Entwicklung


9. Hirsch, Mathias
»Mein Körper gehört mir … und ich kann mit ihm machen, was ich will!«


10. Ahrbeck, Bernd (Hg.)
Von allen guten Geistern verlassen?



Rezensionen über: 3-89806-484-0

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Rezension von: Fritze Dietmar
Titel: Das Oktoberfest - Masse, Rausch und Ritual

Erschienen in: www.amazon.de

Zusammenfassung
Der New Yorker Psychoanalytiker Robert U. Akeret stellt anhand von 5 Fallbeispielen dar, wie er seinem unorthodoxen Wunsch nachging, 30 Jahre später, als er 66 geworden war, doch noch einmal nachzuschauen, was aus seinen Patienten eigentlich geworden war, die er am Anfang seines Berufslebens versucht hatte, auf einem verbesserten Gleis ins Leben losdampfen zu lassen


Vollständige Rezension
Der New Yorker Psychoanalytiker Robert U. Akeret stellt anhand von 5 Fallbeispielen dar, wie er seinem unorthodoxen Wunsch nachging, 30 Jahre später, als er 66 geworden war, doch noch einmal nachzuschauen, was aus seinen Patienten eigentlich geworden war, die er am Anfang seines Berufslebens versucht hatte, auf einem verbesserten Gleis ins Leben losdampfen zu lassen.

Nehmen wir einmal das erste Beispiel, den Fall einer dissoziativen Persönlichkeitsstörung. Mit der Start-Frage »Also, wie fühlen Sie sich – glücklich?« hatte er bei der sehr attraktiven Naomi Goldberg völlig unvorhergesehen eine große Szene weinenden Zusammenbrechens ausgelöst. »Ich wurde in eine falsche Familie hineingeboren« war die Antwort bei erstem Nachfragen. »Ich bin Contessa Isabella Cortez de Seville.« Nun sah der bei Erich Fromm ausgebildete Psychoanalytiker sein Problem klar definiert: Sollte er diese offensichtliche Wahrnehmungstrübung, diesen Realitätsverlust energisch einschreitend auflösen oder sich mehr abwartend verhalten? Ihre Mutter hatte vor Nachbarn gerufen: »Sie ist nicht mein Kind, die da; wir haben sie vor der Tür gefunden!« Genauere Betrachtung der Familienzusammenhänge ergab allerdings, dass Naomi Goldberg nicht adoptiert, sondern leiblicher Abkömmling ihrer jüdischen Eltern war – die allerdings mit ihrer jüdischen Identität auch schon ein großes Verbergungsproblem hatten. Naomi Goldberg wollte mit dieser Problemlage nichts mehr zu tun haben. Sie brach ihr Mathematik-Studium in New York ab, fuhr nach Mexiko, lernte dort Spanisch und Flamenco. Sie wurde von einem durchreisenden Ballettschul-Besitzer eingeladen, in seiner Truppe in Sevilla mitzutanzen. Bald war sie dort als Isabella Cortez Vortänzerin und heiratete einen Gitarristen des Ensembles. Robert Akeret hatte es nämlich nicht gewagt, ihre erfundene, erträumte, vielleicht schizophrenie-artig wirksam gewordene Zweit-Identität zu zertrümmern und aufzulösen. Er hatte gewagt, dies als einen Versuch des Körpers und der Seele zu betrachten, sich eine Brücke zu bauen in ein lebenswerteres Dasein. Man zerstört keine Brücken, auch wenn man nicht weiß, zu welchem Zweck sie überhaupt angelegt wurden. Akeret versuchte sich mit der Dialektik-Theorie des Philosophen Hegel zu trösten: Einer These (Naomi Goldberg) folgte eine Anti-These: Isabella Cortez. Und die Synthese? Das Amerikanische in seiner Patientin rumorte im doch wiederum auch etwas fremdartigen Spanien. Sie überredete den Gitarristen und Ehemann mit ihr im englischsprachigen London eine eigene Ballettschule aufzumachen. Das klappte gut. Nun wollte sie, ganz im Sinne einer wachsenden Synthese, dasselbe in ihrer Heimatstadt New York versuchen. In der Übergangszeit wohnten die beiden wieder bei ihrer Familie in der Bronx. Sie war der Meinung, ihre neue, zweite Identität, sei genügend gefestigt. Sie könne von ihren Eltern nicht mehr aus der Bahn ihres nun aufgebauten Lebens geworfen werden. Damit hatte sie sich gründlich verrechnet. Bald stand sie wieder wie damals vor dem Zwang, Selbstmord begehen zu müssen.

Wer sich für dergleichen Abläufe interessiert, dem sei dieses Buch des Robert Akeret empfohlen, der nicht immer streng nach Vorgaben der reinen Lehre zu arbeiten suchte...


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